Sonntag, 29. Dezember 2013

Neurodermitis - Und was nun?

Jeder kennt es, jeder kennt jemanden der es hat und doch weiß niemand genau um was es sich dabei genau handelt. Ich bin bei weiten kein Arzt, kein Professor und habe auch nie etwas in diese Richtung studiert.
Aber ich habe Neurodermitis. Und ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um einmal aufzuwecken und meine persönlichen Tipps mit euch teilen.

Ich habe Neurodermitis seit vier Jahren. Es ist noch nicht so lange her, da saß ich bei meinem Hautarzt, die Haut geschuppt, gerötet und gereizt und fragte, was ich tun kann. Mein damaliger Arzt hatte leider genauso wenig einen Rat, wie mein Umkreis. Cremen hieß es. Cremen Sie.
Aber womit? Und wie oft? Und vor allem: wann?

Erst einmal zum Anfang.

Was ist Neurodermitis?
Damals mit knapp Zwanzig wusste ich das auch noch nicht. Internet (vorweg Wikipedia.de) halfen mir bei der Frage. Ich kannte Neurodermitis nur von meiner Mutter her und das auch nur flüchtig.
Neurodermitis ist eine nicht anstreckende Hautkrankheit, die als Erscheinungsbild in Form von geröteten, schuppende, meist nässenden Ekzemen am Körper hervor tritt. Laienhaft ausgedrückt. Ihnen folgen ein starker Juckreiz, welcher durch Kratzen die Haut weiter reizen kann, so dass sich die Ekzeme entzünden können und sich ausbreiten. Und neuer Juckreiz entsteht.
Ihr seht: Ein Teufelskreis.
Die atopischen Ekzeme (wie sie in der Medizin genannt werden) gelten als eine unheilbare Krankheit, welche sich aber durchaus behandeln lässt.
Die Krankheit verläuft schubweise (dazu mehr weiter unten), ihr Erscheinungsbild variiert von Mensch zu  Mensch, vom Alter zu Alter.
Das sind die Basisfakten zu der Krankheit. Ich möchte an dieser Stelle nicht mit Latein um mich herum werfen, sondern es verständlich halten.

Was sind die Ursachen?
Derzeit wird noch die Krankheit (die erst im 19. Jahrhundert als diese anerkannt wurde) erforscht und analysiert. Es wird davon ausgegangen das ein Großteil der Erkrankten es in ihren Genen hatten (es vererbt also wurde) und dadurch auf bestimmte Einflüsse sensibler reagieren, als Nichterkrankte.
Auch scheinen die verbesserten Hygieneumstände, sowie die Umwelteinflüsse zu den Erkrankungen beitragen.
Generell scheinen Stress, bestimmte Wirkstoffe, sowie Schimmel und Abgase verantwortlich zu sein, dass der Betroffene neue Schübe der Krankheit bekommt. Darum gilt vorweg: Stress vermeiden.

Wie vermeide als Erkrankter neue Schübe und Ekzeme?
Eine der wichtigsten Fragen finde ich. Als ich damals meinen Arzt danach fragte, konnte dieser auch nur mit den Achseln zucken. Wahrlich kein guter Mann vom Fach.
Heute habe ich eine neue (bessere) Ärztin, welche mir mehrere Sachen riet.
In vielen Fällen gilt die goldene Regel: Stress vermeiden. Manchmal ist dies aber nicht machbar. Wer einen stressigen Job hat, Kinder, Frau oder Mann zuhause oder einfach unter psychischen Problemen leidet, weiß genau wovon ich rede.
Leider ist der Rat "Baumwoll-Handschuhe tragen" nicht immer machbar, denn gerade im Sommer bildet sich dann in der Nacht Schweiß und verschlimmert das Hautbild. Dennoch sollte man diese Sachen beachten:

- Schweiß vermeiden. Nach dem Sport sofort unter die Dusche und sich lauwarm waschen. Danach in neue Kleidung schlüpfen, denn Schweiß sorgt auf der Haut für einen Juckreiz und dieser durch Kratzen zu neuen Ekzemen.
- Cremen. Leider muss man dazu sagen, das das ein notwendiges Übel ist. Aber nicht jede Bodylotion ist geeignet. Man sollte beim Kauf vorweg achten, dass die Creme parfümfrei ist, genauso möglichst wenig auf der Zutaten-liste hat. Denn je mehr Silikone in dem Produkt enthalten ist, destso mehr reizt es die sensible Haut. Auch sollte man darauf achten, lieber im Winter (wegen der Heizungsluft) zu Produkten mit Urea (einem Harn-Wirkstoff, der nachfettet) zu greifen. Im Sommer reicht im Normalfall (wenn das Hautbild Ekzem-frei ist) ein Produkt, das die Haut mit Feuchtigkeit versorgt. Trockene Stellen IMMER eincremen und besonders die Ellenbogen, Handflächen und Füße pflegen. Dort bilden sich Ekzeme schneller als an anderen Orten.
- Leidiges Thema: Der Abwasch. Leidet man auch an Neurodermitis an den Händen, sollte man sich vor dem Waschen die Hände eincremen, dann in Spül-Handschuhe schlüpfen. (Besonders sexy in quietschgelb). Nach dem Abwasch die Hände erneut eincremen. Das vorherige Cremen schützt übrigens vor der Reibung des Handschuhes an der Haut. Den Abwasch nicht allzu oft hintereinander machen. Lieber einmal am Tag und dafür alles.
- Duschen und Baden sollte man auch nicht jeden Tag. Das Wasser entzieht dem Körper die Feuchtigkeit (siehe die bekannte Schrumpel-Oma-Haut nach zu langem Duschen/Baden), welches unser einer so dringend benötigt. Die Temperatur sollte nicht zu warm sein, die Dauer so kurz wie möglich. Auch sollte man die selben Bedingungen beim Kauf der Duschgels und der Haarpflege (jaha! Da kann man auch Neurodermitis bekommen...) einhalten, wie bei der Wahl der Creme. Weniger in der Zutatenliste ist manchmal mehr.
Wer es verträgt, sollte zu Naturkosmetik greifen. LUSH hat in seinem Sortiment eine große Auswahl dazu.
Ich persönlich greife zu Babyseife und -Shampoo. Gibt es sogar mit Erdbeere!
- Bei der Kleidung (und das auch nur wenn es manchbar ist), sowie bei der Wahl des Bettbezugs sollte man zu Baumwolle greifen. Baumwolle ist atmungsaktiver, die Haut schwitzt weniger unter diesem Stoff. Auch entsteht weniger Reibung. Die Wäsche sollte ohne Weichspüler (und wenn dann bitte hypoallergenes) gewaschen werden. Die im Weichspüler enthaltenen Silikone und Weichmacher zerstören das Hautbild.
- Im großen Thema Ernährung lassen sich auch zwei, drei Sachen einbauen, um neue Schübe zu vermeiden. Zu nächst einmal sollten Drogen und Alkohol vermieden werden. Sie schädigen die Zellen. Generell gilt sowieso Finger davon weg ;). Bei der Nahrung sollte man darauf achten möglichst wenig Nahrungsmittelzusatzstoffe einzunehmen. Also nicht immer zu dem Tiefkühlessen greifen, sondern lieber mal selber kochen. Auch sollten Zitrusfrüchte nur im Maßen genossen werden. Orangen, Manderinen und Kiwis können allergische Schocks auslösen (wenn sie zu häufig in zu kurzen Abständen eingenommen wurden), die zu neuen Ekzemen führen.

Wer sich weiter informieren möchte zu diesem Thema, den möchte ich folgende Seiten an das Herz legen:
http://www.neurodermitis.net/pages/neurodermitis.php
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/neurodermitis.html
und klassisch: http://de.wikipedia.org/wiki/Atopisches_Ekzem

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig helfen mit meiner Erfahrung und euch aufklären worum es sich handelt. Vielleicht leidet jemand in eurem Umkreis an dieser Krankheit (3 von 10 Menschen tragen diese Gene in sich!) oder ihr seid selber betroffen.

- Michaela

Freitag, 20. Dezember 2013

Gedankengut #1 Wie siehst du denn schon wieder aus?

Erreicht ein Mädchen ein gewisses Alter in ihrem Leben, so fängt sie an sich für allerlei Dinge zu begeistern. Jungs, Tratsch, Fashion und auch Make-Up. So ist das nun einmal. Das Mädchen wächst heran, greift zum allseits verschrienen blauen Lidschatten, zum viel zu pinken/roten Lippenstift und der Kajal macht jedem Pandabären Konkurrenz.
Viele Mädchen hören mit Anfang/Mitte Zwanzig wieder damit auf, widmen sich brauen Lidschatten, hellen Nudetönen auf den Lippen und der Kajal gleicht sich plötzlich dem Lidschatten an in der Farbe.
Und beäugen die Damen kritisch die das nicht tun. Die sich gerne auffällig schminken.
In den letzten Wochen/Monaten las ich immer wieder davon, dass ein bestimmtes Augen-Make-up "alltagstauglich" wäre oder das dieser oder jener Lippenstift "anständig herüber kommt". Und dabei fragte ich mich warum.
Warum soll ich mich alltagstauglich schminken? Und was genau wäre das? Braunes unauffälliges Augen-Make-up zu rosé Lippen? Ja kein Blush auf den Wangen und der Highligher ja bitte auch nur sparsam genutzt?
 Warum stören denn die Meisten es, wenn ich pinke Lippen trage zu dunkel geschminkten Augen? Oder wenn man meinen Blush auf meinen Wangen erkennen kann?
"Das ist nicht alltagstauglich." Da schon wieder.
Heute stand ich vor dem Spiegel, einen wichtigen Termin in meinem Tagesablauf gesetzt und blickte mir in mein Gesicht. Ich sah meine Sommersprossen, meine blauen Haare. Nicht alltagstauglich sagt man ständig dazu.
"Kind, wer will dich denn so einstellen? Was wird der Chef dazu sagen?"
Ja, was wird er dazu sagen? Ich arbeite schlechter mit blauen Haaren, mit pinken Lippen und meine Kollegen könnten bei meinen dunklen Augen denken, ich würde ihnen Nachts auflauern, um ihre Katze um Mitternacht zu opfern?
Als ich vierzehn Jahre alt geworden war, fing ich an mich zu schminken. Jahrelang hab ich es bei meiner Schwester gesehen und sollte es nun selber machen. Mein blauer Lidschatten war nicht alltagstauglich, die dunklen Lippen noch weniger. Und meine blonde Mähne färbte ich mir in einem Anfall aus Trotz Schwarz, passend zu meinen Gothic-Klamotten.
Ich war nicht alltagstauglich, wollte es auch nie sein. Warum auch?
Jedesmal wenn ich mich auf der Straße umsehe, erblicke ich Frauen und Mädchen. Braune Masse in brauner Masse. Die selben Haarfarben, Lippenstifte, Lidschatten. Kein Kajal, nur Wimperntusche.
"Kind, schau dir mal die Anderen an. So läuft niemand rum." Hab ich doch. Und ich sah keinen Unterschied. Bei Douglas in den Fialen sehen sie aus wie geklont, in den Schulen alle gleich. Wehe du trägt dort Eyeliner, dann bist du wieder leicht zu haben. Roter Lippenstift geht gar nicht.
Was früher bei den Römern und Ägyptern als modisch und anziehend galt, war in den 40er, 50er, 70er Jahren als normal galt, ist heute überschminkt und aufgetakelt.
Kein alltagstauglich mehr.
Heute müssen Nudetöne auf die Lippen, braun-grau auf die Augen und die Haare blond, braun, rot und ja kein Schwarz. Und wehe du bist anders.
Aber so bin ich nicht. Ich greife nicht gerne zu hellen kaum sichtbaren Lippenstiften oder Braun-tönen. Keine Wohlfühlzone für mich.
Also blickte ich heute Morgen weiter in den Spiegel, schnitt mir eine Grimasse und griff nach einem Dunkellila für meine Lippen.
Gestört hat es niemanden und gestorben ist auch keiner.

"Wie siehst du denn schon wieder aus?"
"So wie ich aussehe. Mit blauen Haaren, blauen Lidschatten und roten Lippen."

Alltagstauglich bin ich nie gewesen und werde ich auch nie sein.

- Michaela



Mittwoch, 18. Dezember 2013

"Nun mach doch mal."

"Nun mach doch mal."
"Kind, du kannst das so gut, nun mach doch mal."
"Du schaffst das, nun mach doch mal."

Ja, nun mach doch mal.
Jeder Anfang ist schwer. Jedes Wort will gründlich überlegt werden. Begrüße ich meine neuen Leser (und kommenden Leser) nun mit einem "Heyja!" oder einem "Moin", oder ist das zu salopp?
Und was dann danach? Gähnende Leere will ja keiner lesen und warum mach ich das hier eigentlich?
Und noch wichtiger? Warum mach ich das denn?
Erst einmal möchte ich mich doch zu einem "Moin, moin!" entscheiden, denn so spricht man hier im Norden. Frei wie uns die Nase gewachsen ist. Damit ich der künftigen Leserschaft (an dieser Stelle schlage ich mir selber lachend auf das Knie.) auch ja ein vernünftiges Bild da stellen kann.
Will mich ja euch auch brav und nett präsentieren. 
Lange habe ich hin und her überlegt, was ich schreiben möchte. Das ich bloggen möchte, stand nie zur Debatte. Ich liebe das Schreiben und das Denken über die Texte.
Nach langem Hin und Her und Gewurst'el in der Küche (wenn Frau nervös ist, muss man halt backen. Oder kochen. Mei' die Hüften...) entschied ich mich dann dazu:
Ich blogge. Und was, das ist das was ich möchte.
Also schreibe ich hier nun über Schminke, Schmuck, Schuhe und die Schönheiten des Lebens. Vielleicht mit Humor, vielleicht Ernst.
Einen Blog wollte ich auch schon immer haben. Und Alltagsgeschichten schreibt man ja auch gerne.
Nicht das später gesagt wird "Mädel, hättest du uns mal vorgewarnt.".